Ashtanga Pada, der achtgliedrige Yogapfad

Was beinhaltet der achtgliedrige Yogapfad für mich und Elli persönlich und warum ist es uns ein besonderes Anliegen, gerade jetzt die weitläufigen Felder von Yoga aufzufächern?

Hier erzähle ich Dir von meinem eigenen Weg mit Yoga und wie er mir durch diese besondere Zeit hilft. Sie mir sogar erhellt und bereichert. Unser Wunsch ist, dass durch dieses Austauschen Verbindung möglich bleibt. Unser Wunsch ist es, dass Yoga auch für Dich ein Licht der Selbsterkenntnis, ein Halt, ein Stecken & Stab sein kann.

Hari Om - mit Liebe und Verbindung zu Dir.


#1 YAMA - Der Umgang mit Deiner Umwelt

Der achtgliedrige Pfad des Ashtanga Yoga beginnt mit Yama, den fünf ethischen Prinzipien zum Umgang mit Deiner Umwelt.

Diese sind:

  • Ahimsa: Nicht verletzen, in Liebe & Mitgefühl sein
  • Satya: Wahrhaftigkeit
  • Asteya: Nicht stehlen
  • Brahmacharya: Maß halten, in Balance sein
  • Aparigraha: Nicht horten

 

Eine kleine Zusammenfassung unserer persönlichen Sichtweisen auf diese Prinzipien und wie sie sich im Alltag zeigen können, kannst Du Dir in den Videos schon einmal ansehen, wenn Dich die Themen interessieren.

 

Und dann:

Mache Deine ganz eigenen Erfahrungen damit in Deinem Leben. Das ist viel wichtiger. Denn Yoga ist eine Erfahrung, keine Lehre :-)


#2 Niyama - Vom Umgang mit Dir selbst

Weiter geht es mit den ethischen Prinzipien für Dein Wirken und Sein im alltäglichen Leben.

  • Saucha: Reinheit, Klarheit
  • Santosha: Zufriedenheit
  • Tapas: Disziplin, Selbstverpflichtung
  • Svadhyaya: Selbsterforschung, Studium
  • Ishvara Pranidhana: Hingabe an das Göttliche

 

Auch diese Woche kannst Du Dich wieder auf unsere persönliche Sicht auf diese Prinzipien inspirieren lassen und dann Deine ganz eigenen Erfahrungen damit machen.

 

Viel Freude damit! Denn nicht vergessen: Yoga ist dafür da, Dich so frei zu machen von allem Überflüsssigem, dass die reine, pure Freude wieder ihren natürlichen Platz in Dir einnimmt ;-)


#3 Asana - Der Sitz

Wohl mit das bekannteste, was man im Allgemeinen mit Yoga verbindet. Asana: die Positionen, die wir körperlich in der Yogastunde einnehmen. Baum, Hund, Krieger, Berg, Kobra...

Diese Positionen vermitteln ein Gefühl. Ein Körpergefühl. Und noch mehr...

 

Achte in Deiner Praxis doch einmal bewusst darauf, wie unterschiedlich Du Dich fühlst - mental, emotional und körperlich - wenn Du im Hund oder im Krieger stehst. Wenn Dein Blick nach unten, nach hinten, nach vorn gerichtet ist. Magst Du z.B. bestimmte Haltungen gar nicht?

 

Asana ist ein spannendes Feld, in dem wir so viel über uns selbst erfahren können...

 

Wie immer, wünschen wir Dir viel Freude dabei, dieses Feld in dieser Woche zu erforschen, zu erfahren, zu erspüren.


#4 Pranayama - Energie lenken

Uiuiui, jetzt beginnt es mit den weiten Feldern... Es geht schon mit der Frage los, was ist denn Prana überhaupt? Übersetzt nennt man es "universelle Lebensenergie". Aber was fällt da alles rein? 

 

Essen, Trinken, Atemluft hält uns auf jeden Fall am Leben, ist also auch Energie. Und mit der Atemlenkung beginnt bei Pranayama alles. Apropos: Ich nehme an, dass Du ungefähr abschätzen kannst, wie viel Du am Tag isst oder wie viel Liter Du am Tag trinkst. Aber hast Du eine Ahnung, wie viele Liter Luft Du an einem Tag atmest? Dabei ist dies das lebensnotwendigste...

Es sind übrigens etwa 10.000 Liter :-) 

 

Aber Energie ist eben so viel mehr. Es steckt in Worten, die uns liebevoll genutzt mit Energie füllen oder bösartig verwendet Energie mindern. Energie steckt in einer Berührung, in einem menschlichen Kontakt, in Sonne, Wind, einem schönen Gedanken... Wie gesagt: Das Feld ist unendlich. Unendlich schön, es zu entdecken!


#5 Pratyahara - Die Sinne zurückziehen

Eine Schlüsselstellung hat das fünfte Glied im Ashtanga Pada. Es ist im wahrsten Sinne ein Bindeglied: von der körperlichen Welt der Sinne in die feinstoffliche Welt der Wahrnehmung. Feinstofflich ist dabei nix esoterisches, sondern bedeutet nur, dass es keine materialisierte Form (sichtbar, fühlbar etc.) gibt. Ein Gedanke oder ein Gefühl zum Beispiel. Die sind da, aber nicht sichtbar ;-)

 

Indem wir lernen, unsere Sinne bewusst zu nutzen und einzusetzen drehen wir das Reiz-Reaktions-Muster um. Wir sind nicht mehr die "Sklaven" unserer Wahrnehmung und reagieren kopflos auf jeden Impuls und Reiz, sondern lernen, jeden einfließenden Reiz zuerst wahrzunehmen. Dadurch entsteht eine Pause, in der der Geist Zeit bekommt, sich sinnvolle Gedanken über ein weiteres Reagieren zu machen.

 

Und dieses Bindeglied führt uns dann weiter in die Ruhe des Geistes, die Konzentration und das Erhöhen der Aufmerksam-keitsspanne. Ein wichtiges Feld also. Viel Spaß darin!


#6 Dharana - Den Geist halten

Die letzten drei Glieder des Ashtanga Pada fließen zusammen und werden im besten Fall zu einem. Diesen Verschmelzungsprozess nennt das Yoga Sutra SAMYAMA, was man als "die wahrhafte Verbindung" übersetzen könnte.

 

Dharana ist von diesen letzten drei die einzige, die in diesem Prozess geübt und praktiziert werden kann. Die anderen beiden entstehen daraus. Wir können es nicht beeinflussen, sondern nur offen und bereit dafür sein. Und dann geschieht es vielleicht einfach. Wie ein Wunder, wie ein Geschenk, wie eine Gnade.

 

Doch dafür übe mit Deinem Geist. Kannst Du ihn halten? Kannst Du Dich auf EINE einzige Sache fokussieren, ohne dauernd davon getragen zu werden von den Wellen Deines Verstandes?

Probier es aus! Hol die Stoppuhr raus und beginne zu trainieren, als ob Du Deine Tauch-Skills verbessern willst :-)


#7 Dhyana - Meditation

Ab hier darf es fließen - wenn Du vorher alle Hindernisse aus dem Weg geräumt hast. Meditation kannst Du nicht mehr steuern, es geschieht und wird ein Zustand.

 

Von mir (Andrea) diemal kein Video. Zwar habe ich eines gemacht, merke aber, dass Worte mißverstanden werden können. Es waren deutliche Worte von mir, weil man diesen Teil des Ashtanga Pada nicht erreicht, indem man die "Arbeit" davor überspringt. Es braucht unsere Disziplin und auch unseren wirklichen Willen, wenn wir uns wahrhaft erfahren wollen. Und das ist kein schöner oder einfacher Prozess. Er braucht Mut und unseren ganzen Einsatz. Ich muss GANZ DA sein dafür. Ich will nicht, dass meine Worte als Angriff oder Bewertung verstanden werden, denn Deine Entscheidung, wie weit Du diesen Yoga Weg der Erkenntnis gehen magst, ist eine ganz persönliche. Was ich Dir ans Herz legen möchte: Geh Deinen Yoga-Weg, tue Deine Praxis und alles andere wird zu Dir kommen - in der für Dich richtigen Zeit. Vertrauen.

Video-Impuls von Elli:



#8 Samadhi - Einheit